"Finale Grande"

10-10-2010 19:44

Deutsche Rallye Serie / Lausitz Cup / Schotter Cup

Schotter-Festspiele in der Lausitz
Schotter-Festspiele in der Oberlausitz

Sie hat den Kultstaus schlecht hin, die ADMV Lausitz-Rallye, in diesem Jahr mit dem elften Anlauf lockt Fans und Rallyeteams gleichermaßen in die eher ruhigere Region im Osten Deutschlands. Boxberg /O.L. ist auch in diesem Jahr wieder der Anlaufpunkt für die über 110 Teams aus Polen, Ungarn, Schweden, Tschechien, Slowenien, Norwegen, Finnland, den Niederlanden und natürlich Deutschland. Der Serviceplatz rückt von Weisswasser ebenfalls mit nach Boxberg / Ortsteil Kringelsdorf und sorgt damit für eine noch kompaktere Veranstaltung. Dieser ist in diesem Jahr auf festem Untergrund und soll die widrigen Umstände vom letzten Jahr vergessen machen.

 

Der Donnerstag beginnt mit dem Shakedown, gleich in der Nähe des Serviceplatzes und steht für die ein oder anderen Testfahrten von 16-19 Uhr für die Teilnehmer bereit.

Der Freitag beinhaltet eine Wertungsprüfung die zweimal zu befahren ist, der Klassiker Mühlrose - Weisswasser, welcher sonst immer den krönenden Abschluss bildete, eröffnet das muntere Quertreiben, noch einmal ist die „Lausitz-Arena" mit Sprungkuppe, Wasserdurchfahrt und anschließender Driftkurve vom Vorjahr mit im Programm.

Neu in diesem Jahr: die Nationale Rallye lässt den Freitag komplett aus und startet am Samstag erst zur WP4 in Mulkwitz. Ansonsten beinhaltet der Samstag die drei Wertungsprüfungen Nochten-Sprey, Mulkwitz & Tagebau Reichwalde. Besonderes Highlight ist die neue Lausitz-Arena in Mulkwitz, auf WP4 mit Wasserdurchfahrt, die WP7 wird in einen Rundkurs umgewandelt mit Sprungkuppe und Driftkurve. Dem Abschluss bildet die Königsprüfung in Reichwalde mit 25,15km.

 

Ronny Teichmann / Dorit Seibt starten wieder im Nissan Micra und wollen in der Klasse 2 des Lausitz Cup´s den zweiten Platz halten oder den ersten Platz, den derzeit Jiri Kristan /Martin Vrzal belegen, doch noch wegschnappen. Auch auf die Frage wie dem Team die Schotterstrecken liegen haben die beiden eine einfache Antwort: „Wir lieben die Lausitz, und sind bisher unabhängig von einander super damit klar gekommen. Die erste Lausitz war meine erste Rallye und eine der wenigen die ich selbst (teilweise) gefahren bin und hat für mich ganz besondere Bedeutung", schildert Dorit Seibt.Die Klasse der H12 ist diesmal sehr gut besetzt, aber ein Klassensieg wäre den beiden auf jeden Fall zuzutrauen. „Natürlich wollen wir gern der schnellste Micra sein aber selbst ins Ziel kommen ist nach den letzten Jahren ein nahezu heroisches Ziel!"

 

Auch Tassilo Weiß / Frank Haustein sind in einem Nissan Micra unterwegs und haben sich als Ziel gesetzt, Spaß zu haben und am Ende anzukommen. Schon zur Rallye Fränkische Schweiz 2008 fuhr das Team zusammen und „Haui" kennt auch die Defizite der beiden: „Wir sind Körpergewichtstechnisch das schwerste Team und leistungstechnisch wahrscheinlich das Schwächste." meint Frank Haustein schmunzelnd. Beide freuen sich auf die „geilste" Rallye.

 

Mike Knorn / Steve Günther starten zu ihrer dritten gemeinsamen Veranstaltung im Trabant 601 nach der Rallye Grünhain & Rallye Zwickauer Land. „Eigentlich war ja Mike immer mit Tino Krajewski unterwegs, da er aber beim Comeback zur Grünhain-Rallye mit Martin Christ die Rajd Karkonoski fuhr, hatte mich Mike gefragt ob ich Zeit und Lust habe." schildert der Jahnsdorfer Steve Günther. Auch die beiden wollen zur Lausitz gut mitmischen und sich mit Christ / Krajewski ordentlich duellieren. Am Ende wollen Sie mit auf dem Podium stehen. „Die Rallye wird bestimmt viel Spaß und Freude bereiten, die Strecken sind sehr anspruchsvoll und das schöne nicht nach 3.673km zu Ende" freut sich Steve Günther über das Wochenende in der Lausitz und bedankt sich bei der ITRM-Truppe: „Aufgrund des großen Aufwandes welches das ITRM Starterfeld zur Lausitz  betreibt nochmals Dank an alle welche sich Zeit nehmen und uns dabei in jeglicher Art unterstützen. Ohne euch Service-Leute, Partner und Freunde wäre es bestimmt nicht realisierbar."

 

Thomas Grimm / Daniel Ehrhardt in einem weiteren Trabant 601 wollen hinsichtlich der ITRM noch das bestmöglichste rausholen, auch der vierte Platz im Lausitz-Cup wäre noch ausbaufähig, theoretisch sogar noch zu gewinnen. Doch das Hauptaugenmerk liegt wie bei allen auf, Spaß zu haben. „Die Lausitz-Rallye ist Die Veranstaltung, hinfahren und Nei indn Dreck" so „Grimmi" über die beste Schotterrallye in Deutschland.

 

Martin Christ / Tino Krajewski sind die dritten im Bunde mit einem Trabant 601. In diesem Jahr hatten die beiden immer etwas Pech mit der Benzinzufuhr in ihrer Rennpappe, das Problem soll sich in der Lausitz nun endlich behoben haben. Und natürlich will man wieder richtig angreifen. „Spaß haben und so schnell fahren wie möglich" heißt die Devise vom Jahnsdorfer Beifahrer Tino Krajewski. Den Shakedown will man zum testen nutzen.Am letzten Wochenende holte Krajewski den überaus großen „Motorroom", ein Servicezelt, für die ITRM-Piloten und ihre Servicecrew, waren es im letzten Jahr noch 5 Standplätze, erweitert man diese Jahr um weitere 3 Felder das Zelt.

 

Ein ganz besonderes Highlight wird auch unsere „Foto-Fee" Doreen erleben, sie nimmt im Rahmen des Shakedown auf dem Beifahrersitz von Olaf Dobberkau im Subaru Impreza WRC S5 Platz.

 

Weitere Infos: www.rrc-lausitz.de

 

Startnummernliste

 

52 Ronny Teichmann / Dorit Seibt - Nissan Micra

54 Tassilo Weiß / Frank Haustein -Nissan Micra

60 Mike Knorn / Steve Günther - Trabant 601

63 Thomas Grimm / Daniel Ehrhardt - Trabant 601

65 Martin Christ / Tino Krajewski - Trabant 601

 

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Hier noch ein kleiner Beitrag und Rückblick von mir, zu meiner „persönlichen Lieblingsrallye"

 

Nun ist es wieder soweit, die 11.ADMV Lausitz - Rallye rund um Boxberg im niederschlesischen Oberlausitzkreis steht in den Startlöchern und lockt Teams aus mehreren Nationen an, Fans kommen aus allen Ecken Deutschlands, Polens und der Tschechischen  Republik NUR um ein Wochenende Rallye zu fahren bzw. zu gucken?

Kult? - Ist da irgendwas dran? Grund genug, der ganzen Geschichte mal auf den Weg zu gehen.

 

Genau Neun Jahre, elf Monate und paar Tage zurück gedreht fand die erste Rallye im östlichsten Zipfel Deutschlands statt, mit 97 Startern überraschte man die Kritiker der Rallye, welche dann aber auch alle am 12.November 2000 irgendwo ins Nirgendwo fuhren um sich eine Rallye anzuschauen. Am Ziel angekommen fand man neben einem riesengroßen Kraftwerk weit und breit nichts, gar nichts außer Wald, Wege und Sand. Doch diese Zutaten sollten reichen... Hinterher ist dies zu hören: „Die Prüfungen finden zu 100% auf Schotter statt, gespickt mit atemberaubenden Sprungkuppen."

 

Ein knappes Jahr später... Boxberg, 27.Oktober 2001, die Teilnehmerzahl erhöht sich auf 132, zahlreiche Prädikate lassen die Nennliste schnell füllen, dazu kommen Gaststarter aus der DRM und aus den Nachbarländern Tschechien und Polen. Kahle, Mohe, Zeltner und Hesse lassen sich das Schotterspektakel nicht entgehen.

 

02.November 2002... Noch einmal zwanzig Starter mehr als im Vorjahr - bedeutet 152! Teilnehmerrekord, der bisher noch nicht wieder gebrochen wurde. Skandinavien hat ebenfalls bemerkt das „Irgendwo im Nirgendwo" ganz schön was los ist und reist mit einigen Volvo Tretern an.

 

08.November 2003 - mit 147 Startern bleibt man nur knapp unter dem Rekord vom Vorjahr. Jährlich kann das Organisationsteam über immer andere Streckenabschnitte verfügen, da der Tagebau wandert und wieder verfüllt wird. Carsten Mohe gewinnt die vierte Auflage und wiederholt seinen Vorjahressieg. Hier beendet die Lausitz-Rallye ihren nationalen Charakter, denn 2004 geht es noch höher hinaus.

 

2004 - Das Finale der DRM welches in Bayern zur 3-Städte Rallye ausgetragen werden soll, wird abgesagt, der DMSB muss Ersatz finden - die Lausitz bekommt den Zuschlag, nun begreifen es auch die letzten, was man in der Lausitz eigentlich hat. Alle stehen Kopf und sind fasziniert von den schnellen flüssigen WP's mit gelegentlich Bodenhaftungsverlust  „Ich muss aufpassen, dass wir nicht zu quer fahren und Zeit verlieren" schmunzelte damals Olaf Dobberkau. Die Deutsche Rallye Meisterschaft feiert einen krönenden Saisonabschluss.

 

2005 -  Wiederrum treffen sich die Elite Mitte Oktober in der Lausitz, ein 18-jähriger Blondschopf aus Norwegen fährt seine erste Rallye in einem WRC, hat den Führerschein gerade erst bestanden und kennt keinen Respekt vor seinen Gegnern. Mads Östberg ärgert die Gegner nach Belieben, Kahle hat nichts zu melden. Am Morgen des zweiten Tages ist dann aber Schluss, der Norweger stellt den Impreza WRC mit Getriebeproblemen ab - Kahle gewinnt sein Schotterheimspiel nach 04 erneut.

 

2006 - Man entwickelte sich über die Grenzen Deutschlands hinaus zu einer bekannten Rallye, mit Mads Östberg, Mats Jonsson, Alexander Bengue erweiterte sich das Feld der Toppiloten. Östberg gab erneut den Ton an, Kahle machte einen seiner seltenen Fehler und riss sich an einer Betonkante das rechte Vorderrad raus. Am Ende gewann mit Mats Jonsson aus Schweden der erste Ausländer die Rallye, knapp vor Östberg wessen Beifahrer einen Stempelfehler machte und deshalb den Platz an der Sonne abgeben musste.

 

2007 - Beim dritten Anlauf sollte es nun endlich klappen, Östberg gewinnt die Lausitz-Rallye, seitdem trifft man das Nachwuchstalent nur noch in der WRC an, die Strecken bleiben für viele einzigartig, mit 129 Teams konnte man nach drei Jahren unter 100 Teams wieder einmal mehr Quertreiber anlocken.

 

2008 - Ein Jahr vor dem zehnjährigen Jubiläum kam noch der Zuschlag der ERC-Truppe dazu, eine Serie vom holländischen Rallyefahrer Eric Wevers ins Leben gerufen, damit sollten die in der DRM verbotenen WRC-Fahrzeuge auch starten dürfen. Der Niederländer Dennis Kuipers nahm das Angebot dankend an, startete und siegte. Ruben Zeltner fuhr mit dem Octavia WRC ganz vorn an der Spitze mit, bis er eine Rolle auf´s Dach machte, Ellen Lohr verabschiedete sich aus der Rallye-Szene in dem sie ihren Subaru Impreza WRX in den Bärwalder See schickte.

 

2009 - Das Jubiläum startete nicht besonders gut, man stand kurz vor dem Start vor der Absage der Rallye. Der DMSB erteilte für 2009 ein striktes WRC Verbot, der Veranstalter meinte die Lücke im Reglement zu kennen, und ließ sie trotzdem anreisen. Die Freude über die immer seltener gewordenen World Rally Cars wehrte nur kurz, der DMSB untersagte den Start und kam dann doch noch zu einem Kompromiss die Teilnehmer im hinteren Teil starten zu lassen, für einige war das zu viel, sie packten zusammen und reisten ab. Am Ende gewinnt Hermann Gaßner Junior, welcher sich danach ins internationale Geschehen einmischt. Das Gerüst „Lausitz-Rallye" steht auf wackligen Füßen, man verlor das Prädikat zur Deutschen Rallye Meisterschaft.

 

2010 - Morgen geht´s also wieder los... Die Lausitz ruft, das „Finale Grande" steht kurz bevor und wieder wird es die beste Rallye werden. In den letzten zehn Jahren waren Starter aus 21 Nationen vertreten. Die Nennliste ist gut gefüllt, neun World Rally Cars wollen es wissen und dürfen auch starten. Viele CAMC Teams waren in den letzen Jahren dabei, auch in diesem Jahr gehen einige auf die Reise, zum bekanntesten Schotterparadies Irgendwo im Nirgendwo.

 

In diesem Sinne... Auf Geht´s!

 

Webmaster Denny Michel

 

 

 

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