Nix für Weicheier!

05-10-2011 10:32

12.ADMV Lausitz Rallye, Boxberg /O.L. – 29.09.-01.10.2011

Dakarähnliche Verhältnisse in der Lausitz

Bereits zum Shakedown am Donnerstagabend wurde klar, das warme und trockene Wetter und die damit enorme Staubentwicklung könnte ein echtes Problem werden. Absolute Windstille verschärfte die Bedingungen um ein Vielfaches.

 

Am Freitag war es dann endlich soweit, 73 Teams standen am Start des ersten Tages, an den zwei Mal die Wertungen in der Arena, nahe Mulkwitz und die 18 km lange Prüfung in Reichwalde zu absolvieren waren. Während die Arena mit einer Lauge staubfrei gehalten werden konnte, kam es auf der Prüfung in Reichwalde zu einer so hohen Staubentwicklung, das die Rallye für Matthias Kahle bereits am ersten Tag entschieden gewesen wäre. Der Görlitzer mit der Startnummer 1 profitierte davon als erster über die Wertungsprüfung zu fahren, die Nachfolger dahinter fuhren in Kahles aufgewirbelten Staub und hatten keine Chance, da die Sichtweite teilweise keine 10 Meter betrug. Die Zeitabstände waren unter den Top-Teams teilweise über vier Minuten auf Kahle. Erhitzte Gemüter und Diskussionen beim ersten Regrouping auf Grund der Unfahrbarkeit der Prüfungen sorgten dafür das der erste Tag nach der WP 2 von 4 abgebrochen wurde und nur die Wertungsprüfung 1 gewertet wurde. Zum einen war die Sicherheit der Teams im dichten Staub nicht gegeben, zum anderen die gefahrenen Zeiten utopisch. Da keine Wetteränderung zu erwarten war, dachten einige Teams über die vorzeitige Abreise nach. Die Rallyeleitung gab an, am Samstagmorgen normal zu starten und abzuwarten wie die Bedingungen sind. Somit führte nach nur einer gewerteten Wertungsprüfung Matthias Kahle im Skoda Fabia S2000 mit 0,1 Sekunden Vorsprung auf Mark van Eldik im Mitsubishi Lancer WRC und 0,3 Sekunden auf Ruben Zeltner im Skoda Octavia WRC. Überraschend lag für viele das schwedische Damen-Duo Ramona Karlsson / Miriam Walfridsson  auf einen guten siebenten Platz. Die netten Rallyedamen überzeugten mit einer spektakulären Fahrweise und verwiesen einige Top-Piloten weit hinter sich.

 

Rallyefest bei hochsommerlichen Temperaturen am zweiten Tag

Der zweite Tag brachte keine Wetteränderung, heiß und trocken war es. Eine leichte Brise sorgte aber zunehmend für bessere Sicht. Auf den Wertungen in Nochten und in der Arena bleibt Kahle noch vorn, doch dann kommt Ruben Zeltner unaufhaltsam angestürmt  und übernimmt ab WP 8 die Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgibt. Während Corazza (Motorschaden) und van Eldik (brennende Kupplung) schon auf WP 5 aufgeben müssen, kann das Damenduo Karlsson/Walfridsson bis auf die vierte Position vorfahren und überholten somit die WRC-Treter Stölzel und De Jong. Auf WP 8 ist aber auch für die Lady´s Schluss, sie trafen einen Stein, der die Vorderachse beschädigt. Somit wurde das Spitzenfeld kleiner. Im Ziel trennen Kahle 5 Sekunden vom Sieg den Ruben Zeltner zum ersten Mal auf dem Skoda Octavia WRC einfährt. Zum Skoda-Dreifachsieg trägt auch Mark Wallenwein bei, der im Skoda Fabia S2000 Dritter wird. Dahinter reihen sich Maciej Rzeznik (Lancer EVO 10), Bert de Jong (Lancer WRC 05) und Maik Stölzel (Fabia WRC 06) ein.

 

Bei den Nationalen gibt es hingegen einen Mitsubishi-Doppelsieg. Dirk Richter gewinnt die Rallye die nur am Samstag über die Bühne geht, obwohl er auf WP 7 eine Zeitstrafe von 2:00 Minuten bekommt. Matthias Fröhlich wird Zweiter mit 38,5 Sek. Rückstand. Dritter wird das polnische Nachwuchstalent Mariusz Woznicko in einem Ford Fiesta R2. Jaakoo Keskinen fällt in Führung liegend bereits früh aus.

 

Mike Knorn / Steve Günther gewinnen die ITRM 2011

Drei Teams vom Chemnitzer AMC waren auch am Start der 12. ADMV Lausitz Rallye. Dirk Hitzschke / Martin Birke wollten mit ihrem Nissan Micra noch einige Punkte im Lausitz Cup sammeln, doch schon auf der ersten Wertungsprüfung am Samstagvormittag in Nochten fielen die beiden aus. Nach nur 15 Sekunden Fahrzeit und Elektronikproblemen war das Schotterfest schon nach wenigen gefahrenen Metern für sie zu Ende.

 

Mike Knorn / Steve Günther im Trabant 601 ITRM hatten mit einem Sieg die Chance die Internationale Trabant Rallye Meisterschaft (ITRM) zu gewinnen. Die Meisterschaft wurde in der „großen" Lausitz Rallye ausgetragen und begann damit schon am Freitagabend. Auch die Trabantpiloten blieben vom Staub nicht verschont. „Was sind 900 Meter dann Abzweig, wenn ich die Motorhaube vor lauter Staub nicht sehe", beschrieb Mike Knorn die extremen Bedingungen am Freitagabend. Das Duo setzte sich von Anfang an, an die Spitze und profitierte vom Ausfall von Andreas Schramm am ersten Rallye-Tag. Mit einem beruhigenden Vorsprung konnzen die beiden den Samstag gelassen angehen. Zwar holt der Schneeberger Andreas Schramm alle Bestzeiten kann aber sein Rückstand vom Vorabend nicht herausfahren. „Es war hart, die Strecken waren nicht so tief ausgefahren wie im Vorjahr, dafür umso staubiger", schildert Beifahrer Steve Günther die Bedingungen. Im Ziel gewinnen sie die ITRM-Wertung haushoch und holen sich den Titel. Die große Siegerehrung und Party zur ITRM findet am 21.01.2012 statt. „Wir danken allen die uns in dieser Saison unterstützt haben und uns zur Seite standen", so das Duo. Ralf Eckl, der zusammen mit dem Neukirchner Beifahrer Stefan Kupsch die Lausitz Rallye absolvierte, verpasste das ITRM Podest und belegte Platz 4.

 

Auch Tina Wiegand wollte es in der Lausitz wissen und ihre ersten Erfahrungen auf Schotter sammeln. Zusammen mit Beifahrerin Dorit Seibt mieteten sie sich einen Nissan Micra bei Teichmann Motorsport. „Tina hat mich absolut überrascht. Völlig schmerzfrei setzt sie sofort um was sie gesagt bekommt. Die Stimmung im Auto war klasse und trotz unserer ersten gemeinsamen Rallye hatten wir beiderseits absolutes Vertrauen. Andy und Ronny im Service haben einen Klasse Job gemacht, sich super für uns engagiert und natürlich haben auch Klaus, Carsten und Ronny aus der Ferne die Daumen gedrückt." Somit war alles perfekt für das Schotterspektakel in der Lausitz. Doch schon bald war der Staub das geringste Problem. Der Motor des kleinen Nissan Micra´s wollte nicht ganz so, wie es die beiden Rallyelady´s wollten. „Nachdem er immer mal nur auf 3 Zylindern lief haben die Jungs im Service ihn wieder flott gemacht. Auf WP 8 hat er dann allerdings aufgegeben. Eine genaue Diagnose haben wir noch nicht", so Dorit Seibt ernüchternd. „Unser Fazit:  Auch Mädels spielen gern im Dreck und das war bestimmt nicht die letzte Auflage von "Wiecar meets Teichmann Motorsport" so Beifahrerin Seibt abschließend.

 

Nach seinem Ausfall bei der Rallye Erzgebirge 2011 macht Max Langner des Öfteren, Co-Pilot bei Pierre Mattern. Zur Lausitz Rallye starteten sie in einem selbst aufgebauten Gruppe G Audi 90 Quattro 20V. Die ersten drei Wertungsprüfungen am Samstagvormittag liefen für das Duo zufriedenstellend. „Im Service stellten wir ein Leck an der Kraftstoffleitung fest, wir konnten das Problem jedoch schnell beheben" so der Lößnitzer. Auf der zweiten Etappe mit den drei WP´s vom Vormittag ereilte das Team in der Arena ein Aha-Erlebnis. Ihr Untersatz blieb ohne Vorwarnung stehen, die geflickte Spritleitung machte Probleme. „Wir legten uns ins Zeug und bekamen den Quattro nach gut 15 Minuten wieder zum fahren." Der nachfolgende Sprint in Mulkwitz sollte dann doch das endgültige Aus bringen. „Die geflickte Leitung hat zwar gehalten, aber nur bis zur Hälfte...", so Langner. „Trotzdem waren wir sehr zufrieden und hatten wahnsinnig viel Spaß. Danke an alle die uns in den acht Wochen in denen wir das Projekt gestemmt haben unterstützt haben"

 

Somit erlebten Fahrer und Zuschauer zugleich eine tolle, staubige, heiße und spannende Lausitz Rallye 2011, bei der die Piloten teilweise den Durchblick verloren und die Fans jede Menge Staub fraßen. Die „Lausitz" ist halt nix für Weicheier... (dm)

 

Die besten Bilder vom großen Schotterspektakel gibt es >>> HIER <<<

Ergebnisse - 12.ADMV Lausitz Rallye >>> HIER <<<

 

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